Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung

Sprachtherapie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit so genannten Mehrfachbehinderungen stellt eine Herausforderung für alle am Therapieprozess beteiligten Personen dar. Das Ursachenwissen über verschiedene genetische Syndrome, wie beispielsweise Down-Syndrom, Rett-Syndrom, Angelmann-Syndrom, Deletion 22q11 hat in den vergangenen Jahren zugenommen - die Entstehung vieler anderer Störungen bleibt weiterhin unklar. Studien zum Einsatz von Sprachtherapie bei primär und sekundär erworbenen Mehrfachbehinderungen sind kaum vorhanden.

 Kinder und Jugendliche mit Mehrfachbehinderungen spezifisch zu therapieren, setzt jedoch Wissen über den Sprach-, Sprech- und Kommunikationsprozess unter erschwerten Bedingungen voraus. Sind diese Prozesse bei Kindern mit genetischen Syndromen, Zustand nach SHT, Cerbralparesen etc. lediglich zeitlich verzögert oder handelt es sich um abweichende Erwerbsprozesse?

Wie ist es möglich bei diesen Kindern eine spezifische Sprach- und Kommunikationsdiagnostik durchzuführen, wenn es doch fast keine für diesen Personenkreis entwickelten und überprüften Diagnostikverfahren gibt? Wie kann eine realistische Zielsetzung in der Sprachtherapie aussehen, wenn jedes Kind unterschiedliche Potenziale hat? Antworten auf diese Fragen versuchen wir nach einer spezifischen Diagnostik zu geben.

Gemeinsam mit dem angegliederten Zentrum für Unterstütze Kommunikation haben wir eigene Diagnostik- und Therapieverfahren entwickelt, die wir auf internationalen Fachtagungen vorgestellt haben, die wir in Fachpublikationen veröffentlicht haben und die wir erfolgreich bei unserer Arbeit in Moers anwenden.

Die WHO hat mit der „Internationalen Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)“ ein Modell entwickelt, welches den Fokus weg von der Defizitbetrachtung und hin zur Fähigkeitsanalyse unter dem zentralen Aspekt der Teilhabe am sozialen Leben richtet. Teilhabe zu ermöglichen ist auch unsere Leitidee bei der Arbeit mit behinderten Menschen.

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